Brot, das bekommt.

Brot, das bekommt.

Regina Mayrhofer versorgt Grünhilde mit frischem Brot und Gebäck. Ein Besuch in die klein-bäuerliche Backstube des Biohofes Haarlandleitner in Tragwein.

Drei Mal die Woche steht Regina Mayrhofer für Grünhilde um vier Uhr in der Früh auf. Sie heizt den Brotbackofen mit Holz ein, säubert und kehrt ihn mit frischem Tannenreisig und Wasser aus. Sie rührt den Brotteig fertig an, formt die Laibe, schießt sie bei der idealen Temperatur in den Ofen ein und holt sie nach gut einer Stunde wieder heraus. Pünktlich um acht Uhr befinden sich Brot und Gebäck in Grünhildes Laden, gehen wie warme Semmeln weg und meist ist bei Ladenschluss nichts mehr übrig.

Für Regina Mayrhofer ist das Brotbacken eine erfüllende Arbeit, die ihr nach gut 30 Jahren nie fad wird. Es macht der Bäuerin einfach Spaß. Sie genießt es, wenn um fünf Uhr in der Früh die Sonne aufgeht, es hell wird in der kleinen Backstube. Oft gibt sie dem Laib Brot den guten Gedanken mit auf den Weg: „Der ihn isst, dem soll er gut bekommen.“

„Das Brot backen wird jetzt meins“

Bereits am Vortag wird das eigene Getreide frisch gemahlen, der Vorteig wird angesetzt und muss über Nacht gehen. Wie Regina Mayrhofer auf die Idee gekommen ist, Brot zu backen? Nun, als jung Verheiratete hat sie den Brotbackofen ihrer Schwiegermutter entdeckt, der bereits seit einigen Jahren ungenutzt neben dem Schweinestall stand. Dieser faszinierte sie. Und weil sie eigentlich nie Bäuerin werden wollte, beschloss Regina Mayrhofer, „das Brot backen wird jetzt meins“.

Einst hieß es: „Je dunkler das Brot, desto ärmer die Leut.“

Regina Mayrhofer besuchte Kurse und versuchte sich schließlich an den ersten Brotlaiben. „Am Anfang waren sie außen schwarz“, schmunzelt Ehemann Franz Mayrhofer. Auch die Schwiegermutter war zu Beginn über die Verarbeitung des eigenen vollen Getreidekorns skeptisch, hieß es doch früher „Je dunkler das Brot, je ärmer die Leut.“ Schließlich hat es – auch mit Hilfe der Schwiegermutter – doch geklappt. Nachbarn und Bekannte durften Versuchskaninchen spielen und nach und nach baute sich eine Stammkundschaft auf. Seit Jahren beliefern die Haarlandleitners zudem den ehemaligen Bauernladen. Regina war bereits auch hier im Verkauf tätig, der Kontakt zu den KundInnen ist ihr wichtig. Heute backt sie für Grünhilde Hausbrot, Vollkornbrot und Sonnenblumenbrot, mit Sauerteig versteht sich. Aber nicht nur das, auch Gebäck und die kleinen Kekse als Draufgabe für Kaffee und Tee sind von Regina Mayrhofer handgemacht. Wieviel Striezel Brot sie pro Woche bäckt, kann die Bäuerin gar nicht so genau sagen ¬– ¬einmal mehr, einmal weniger. „Der Bäcker wiegt den Teig, der Bauer wiegt das Brot“, sagt sie und betont, „mir gefällt es, wenn die Laibe unterschiedlich sind, so kann sich jeder Kunde die passende Größe aussuchen“.

„Die Produkte rund ums Haus ohne Bedenken essen können.“

Regina und Franz Mayrhofer zählen zu den ersten Biobetrieben in Tragwein. Als junges Paar haben sie 1989 auf Bio umgestellt, weil sie „die Produkte rund ums Haus ohne Bedenken essen wollten“. Und diese Produkte wollten sie bestmöglich verarbeiten und vermarkten. Ihr Ziel: Aus dem eigenen Getreide ein Produkt zu machen. Ihre Devise: Lieber klein und fein, als stressig und groß. Von Anfang an war ihnen zudem bewusst, dass sie auf mehrere Standbeine setzen wollten – auch wenn dies nicht dem wirtschaftlichen Usus entspreche. Der Nebenerwerbsbetrieb vermarktet daher direkt, und zwar Brot, Gebäck sowie Getreide, Müsli und teilweise Kartoffeln. Die Kalbinnenaufzucht schließt den Kreis, denn der Dünger wird für die Felder benötigt. Umgekehrt wird die Kleie, ein Abfallprodukt des Getreidemahlens, wieder den Kalbinnen zugefüttert. So bekommt jeder Teil des Getreides seine Wertigkeit. Für die Direktvermarktung wird auf circa zwei Hektar Dinkel und Roggen angebaut. Bio-Weizen wird zugekauft, da dessen Anbau in der Höhenlage von 500 Metern nicht zur benötigten Backqualität führt. Nichtzuletzt deshalb ist auch verständlich, wenn Regina Mayrhofer zur Erntezeit nervös ist und ein optimales Wetter wünscht. Mittlerweile hat sie sogar ein eigenes Getreidemessgerät, das sie nicht selten bis zu fünf Mal am Tag benutzt. Denn nur gutes Getreide macht auch gutes Brot.

4 Kommentare

  • 2. Juli 2017 By Herbert Krupka 14:14

    Hallo, bin auf der Suche nach veganen Nudeln aus der Region, habt ihr soche im Sortiment?

    • 29. Oktober 2017 By Silvia Schaffner 23:53

      Lieber Herbert,
      Momentan haben wir vegane Spaghetti von Schäffler aus Engerwitzdorf in unserem Sortiment.
      Liebe Grüße, Grünhilde und Team

  • 25. Mai 2017 By Petra Riedl-Mandak 11:55

    Ich gratuliere zu dieser lebendigen Beschreibung!
    Es kommt echt und authentisch ……….
    Ich freue mich auf die erste Kostprobe!

    • 26. Mai 2017 By Grünhilde 0:10

      Danke liebe Petra! Donnerstag bis Samstag früh wird frisches Brot angeliefert, wir freuen uns auf deinen Besuch! Dein Grünhildeteam

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