Voller Geschmack zählt mehr als viel Ertrag!

Voller Geschmack zählt mehr als viel Ertrag!

Gemüse vom Biohof Eisenberger: Voller Geschmack zählt mehr als viel Ertrag.
Wilbirg und Franz Farthofer aus Allerheiligen im Mühlkreis sind bekannt für ihre ausgefallenen Gemüsesorten. Für deren Gedeihen ist tagtägliches Jäten und besonderes Gespür notwendig.

Angekommen beim Biohof Eisenberger, macht sogleich das Türschild aufmerksam: „Bitte klingeln. Wenn niemand öffnet – sind Unkraut jäten.“ Wenn daher Besucher vor verschlossenen Türen stehen, müssen sie nicht lange suchen. Nicht weit entfernt liegt das 0,4 Hektar große Gemüsefeld. Hier sind Wilbirg und Franz Farthofer häufig anzutreffen, denn ihr ausgefallenes Gemüse muss sorgfältig gepflegt und gehegt werden. So sorgfältig, dass manche Raritäten nur der Autodidakt Franz jäten darf, wie seine Frau Wilbirg erzählt.

Gemüseraritäten für ausgewählte Abnehmer
Der Biohof liegt auf 540 Höhenmetern in Allerheiligen im Mühlkreis. Keine übliche Gegend für den Gemüseanbau. Doch, so Franz: „Außer Südfrüchte wächst hier alles. Natürlich kommen wir nicht mit den Erträgen mit und das Gemüse ist vielleicht kleiner geraten. Doch zu einem Totalausfall kommt es auch nicht.“ Aber bei den Farthofers geht es auch gar nicht um Quantität. Es geht auch gar nicht um den großen Absatz. Für Franz zählt der volle Geschmack, der bei seinen Kunden in bester Art und Weise in der Küche eingesetzt wird. Es ist ihm auch eine gute, nachhaltige und verlässliche Beziehung zu seinen Abnehmern wichtig. Seine Gemüseraritäten erhalten daher ausgewählte Gastronomen, die wissen, wie damit umzugehen ist. Die Farthofer’s haben zudem nur einige wenige Privatkunden, die schon seit Jahren, aber äußerst regelmäßig zu Gast sein dürfen. Seit einiger Zeit kann sich nun Grünhilde zu den Abnehmern des Biohofes zählen – es war wohl Eva Mayrwöger äußerst hartnäckig dahinter, um unsere Kunden mit Biogemüse aus unmittelbarer Nähe bedienen zu können. Neben Farthofer’s Alltagsgemüse wie Tomaten, Gurken, Kraut, Rüben, Salat oder Karotten tummeln sich manchesmal im Bio-Gemüseregal auch Raritäten wie Haferwurzen, Topinambur oder Yakonwurzel. Tipp: Es lohnt sich immer etwas neues auszuprobieren!

Besondere Gemüse-Raritäten wie Knollen-Ziest und Haferwurzen werden auch in Grünhildes Küche verwendet!

Ein Bauernhof der Vielfalt
Franz Farthofer hat mit 17 Jahren den elterlichen Bauernhof übernommen. Der gelernte Spengler stellte den Betrieb bereits 1987 auf biologischen Anbau um, seit 2002 trägt der Hof das Bio-Zertifikat. „Für mich ist ein Bauernhof mit Vielfalt entscheidend. Ich will breit aufgestellt sein. So bin ich nicht von einem Konzern abhängig“, so Franz. Neben dem Standbein Gemüse gibt es am Hof daher sechs Milchkühe, zwei Weideschweine, zirka 140 Legehühner der Rasse Grünleger und Katzen. Mit der Umstellung auf den Gemüseanbau im Jahr 2005 entschied sich Franz schließlich voll und ganz für den Beruf Landwirt – „und für viel Arbeit trotz wenig Hektar“. Am Gemüseanbau gefällt ihm die Vielfalt, die Farben, das Ausgefallene. Exquisite Gurkensorten aus Frankreich, Marktstammkohl oder Spargelsalat sind im Umkreis wohl nur vom Eisenberger zu haben. „Es macht mir Spaß eine neue Sorte zu finden und auszuprobieren, bei der es heißt, die gedeiht bei uns nicht“, sagt Franz.

„Ich bin kein Gelernter. Ich mache es aus dem Gefühl heraus.“
Ab Jänner beginnt für Franz die Bestellsaison seiner ausgefallenen Samen. Von deren Ankunft bis Weihnachten ist das Ehepaar dann eigentlich immer mit Gemüse beschäftigt. „Ich muss alles durch Probieren lernen“, sagt Franz. „Ich bin kein Gelernter. Ich mache es aus dem Gefühl heraus. Ich muss es so machen, ja, sonst hätte ich schon damit aufgehört.“ Für sein Durchhaltevermögen steht auch seine Lieblingsrarität, die Kerbelrübe. Deren Kulturführung ist besonders schwierig, sie gedeiht nicht jedes Jahr – wenn die Farhofer’s Glück haben alle drei bis vier Jahre. Glück haben auch jene, die dann von dem wenigen etwas bekommen. Für die anderen heißt es eben warten, bis auf ein besseres Jahr. Dafür ist die Freude am Geschmack dann umso größer.

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