Glückliche Hühner am Bio-Hof Hinterwinkler

Glückliche Hühner am Bio-Hof Hinterwinkler

Renate und Andreas Schmiedberger sind für Grünhilde Hauptlieferanten für Bio-Eier, natürlich in Freilandhaltung. Das Ehepaar hat mit der Direktvermarktung ihren Weg gefunden, den Bio-Hof Hinterwinkler in Rechberg im Vollerwerb zu führen.

Am Familienbetrieb der Schmiedbergers zeigt sich: Kleine landwirtschaftliche Strukturen haben ihre besonderen Vorteile. Denn der Hof auf 580 Höhenmetern, unweit des weitbekannten Schwammerlsteins in Rechberg, setzt auf Vielfalt, die sich in Arbeitsabläufen ergänzt und gleichzeitig einen Beitrag zur Biodiversität leistet.

Anfänge im Ab-Hof-Verkauf 
Angefangen hat eigentlich alles mit dem Ab-Hof-Verkauf von Erdäpfeln. Nach und nach hat es sich angeboten, auch den eigenen Dinkel, Krautköpfe oder Eier den vorbeikommenden Wanderern im eigenen Hofladen zu verkaufen. Im Laufe der Jahre ist der Absatz immer mehr geworden, denn die Direktvermarktung der biologischen Produkte hat sich „ausgezahlt und hat einfach funktioniert“, sagt der Bio-Bauer.

Heute leben am Hof gut 360 Hühner, der Gemüseanbau hat sich um Zwiebel, Salate, Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Pastinaken und mehr erweitert und aus dem eigenen Dinkelmehl und den Eiern werden Nudeln produziert. Alles läuft rund in sich und geschlossen in der Arbeitsweise. So werden die zu kleinen Erdäpfeln wieder an die Hausschweine und die Hühner verfüttert oder die Dinkelspelzen (Dinkelschalen) als Einstreu im Hühnerstall verwendet. Optimal in den täglichen Arbeitsabläufen ergänzt sich auch die Legehennenhaltung mit dem Gemüseanbau.

Biologische Eier von glücklichen Freilandhühnern
Renate und Andreas Schmiedberger beliefern Grünhilde neben Gemüse vor allem mit Bio-Eiern. Schon der vormalige Bauernladen konnte auf ihre Eier zählen. „Damals haben wir gerade unseren dritten Hühnerstall mit je maximal 120 Hühnern gebaut. Allerdings war es nicht geplant diesen voll zu bestücken. Und dann sind wir vom Tragweiner Bauernladen an einem Montag angerufen worden, ob wir einspringen können. Am folgenden Freitag haben wir das erste Mal Eier geliefert und am Montag drauf sind erst die Hühner für den dritten Stall gekommen“, erzählt Andreas Schmiedberger die etwas kurzfristige aber für sie optimale Gelegenheit. Andreas und seine Frau Renate haben den Betrieb 2007 übernommen und in Legehennen eine willkommene Alternative gefunden, mit dem ein Vollerwerbsbetrieb für die beiden möglich war. Denn, so Andreas: „Wenn schon, dann g’scheit!“ Einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb zu führen, bedeutet für mich nur Stress und ist meiner Ansicht nach ein teures Hobby.“ So füllte das Ehepaar nach und nach an die Nachfrage angepasst drei Hühnerställe an und liefert heute um die 450 Eier pro Woche – unter anderem an Grünhilde.

10 m2 Platz für jedes Bio-Huhn 
Die Hühner der Rassen Lohmann Brown und Sandy haben, wie bei Bio vorgeschrieben, großzügigen Auslauf von 10 Quadratmeter pro Huhn. „Wobei Hühner vom Instinkt her nahe beim Haus bleiben“, so Bäuerin Renate. Daher sind viele Sträucher und Bäume nötig, um ihren Aktionsradius auszudehnen. Sorgfältig wird darauf geachtet, die Nester mit Dinkelspelz und diverser Einstreu sauber zu halten. Die tägliche Eierabnahme ist übrigens auch eine gern ausgeübte Beschäftigung der vier Kinder im Alter von zwölf, neun, drei und einem Jahr. Von Hand werden die Eier gestempelt, „das geht ruck-zuck“, sagt Renate. Eier haben übrigens eine offizielle Mindesthaltbarkeit von 24 Tagen. Wobei, so schmunzelt das Ehepaar: „Wir haben einmal Eier abgepackt im Lager vergessen und erst nach sechs Wochen entdeckt. Eines nach dem anderen haben wir aufgeschlagen und keines war schlecht.“

Auch dem Hahn was Gutes tun mit der Initiative „Der Hahn, die Henne und das Ei“
In der Legehennen-Haltung ist es üblich, männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen zu töten. Einerseits weil der Hahn keine Eier legt, andererseits weil ein Hahn aus der Legehennen-Haltung fast dreimal so lange zum Großwerden braucht als ein normales Masthuhn. Dies macht die Aufzucht der Hähne in der Legehennen-Haltung unwirtschaftlich. Mit der Huhn und Hahn Initiative unterstützen Biobauern die Aufzucht männlicher Küken in der Legehennen-Haltung. Huhn und Hahn werden groß gezogen.


Die höheren Kosten für die Aufzucht der Hähne wird neben dem Verkauf des Hähnchenfleischs auch durch einen Preisaufschlag bei den Eiern der zugehörigen Hennen finanziert. Aus diesem Grund kostet eine Bio-Legehenne im Einkauf um fünf Euro mehr pro Tier, was sich zum Teil natürlich auch auf den Preis der Bio-Eier auswirkt. „Für die Huhn Hahn Initiative wurde die Rasse ‚Sandy‘ ausgewählt, die früher oder später im Biobereich dominieren wird“, so Andreas Schmiedberger. Sandy-Hühner legen cremefarbene Eier, was für den Verbraucher den Vorteil hat, sofort Eier von der Huhn und Hahn Initiative erkennen zu können.

Also: Bio-Eier kaufen und damit auch dem Hahn was Gutes tun.

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